10. Juni: Deutsche Entwicklungszusammenarbeit zwischen Ethnozentrismus und Sicherheitspolitik

Wieso wir Hilfe neu denken müssen - Ein Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Gieler.

Der Vortrag beleuchtet die Geschichte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit seit der Gründung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahr 1961. Im Fokus stehen der Wandel von Vorstellungen von „Hilfe“ und „Entwicklung“, die Kritik an ethnozentrischen Perspektiven sowie die Marginalisierung von Stimmen aus dem Globalen Süden. Zudem wird untersucht, wie Entwicklungspolitik seit dem Ende des Kalten Krieges zunehmend mit außen- und sicherheitspolitischen Interessen verknüpft wurde – etwa in den Bereichen Terrorismusbekämpfung, Migration und Krisenprävention. Der Vortrag zeigt Spannungen zwischen humanitärem Anspruch, wirtschaftlichen Interessen und geopolitischen Strategien auf und lädt dazu ein, dominante Narrative der Entwicklungspolitik kritisch zu hinterfragen.

 

Prof. Dr. Wolfgang Gieler ist Politikwissenschaftler und Ethnologe mit langjähriger Erfahrung in der Praxis und der Erforschung der Entwicklungszusammenarbeit. Er ist u. a. Autor der Monographie Reguliertes Chaos - (Re)Konstruktionen zum westlichen Ethnozentrismus - Ein Essay, erschienen bei der Bundezentrale für politische Biildung (bpb), und Mitherausgeber des Bandes Deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Spannungsfeld der Außen- und Sicherheitspolitik: Frieden - Sicherheit - Entwicklung (Springer Verlag).