Vortragsabend: Chinas Positionierung im Nahost-Konflikt – 3. Juli 2025

Das zunehmend selbstbewusste politische und wirtschaftlich Auftreten der Volksrepublik China sorgte in den vergangenen Jahren auch in der deutschen Berichterstattung für erhöhte Aufmerksamkeit. Insbesondere die Frage der Zielrichtung der chinesischen Außenpolitik und des zukünftigen Verhältnisses Pekings zu den USA und Europa wird hierbei gestellt. Beim Arbeitskreis für Sicherheitspolitik an der Universität Münster wollen wir uns daher in einer besonderen Reihe der Außenpolitik der Volksrepublik China widmen.

 

 

Nachdem wir uns bisher der chinesischen Außenpolitik aus verschiedenen theoretischen und rechtlichen Perspektiven genähert hatten, wollten wir uns nun zum Abschluss unserer Themenreihe noch einmal ganz praktisch angucken, wie sich Peking auf außenpolitischer Bühne positioniert.

 

Das zunehmend selbstbewusste politische und wirtschaftlich Auftreten der Volksrepublik China sorgte in den vergangenen Jahren auch in der deutschen Berichterstattung für erhöhte Aufmerksamkeit. Insbesondere die Frage der Zielrichtung der chinesischen Außenpolitik und des zukünftigen Verhältnisses Pekings zu den USA und Europa wird hierbei gestellt. Beim Arbeitskreis für Sicherheitspolitik an der Universität Münster wollen wir uns daher in einer besonderen Reihe der Außenpolitik der Volksrepublik China widmen.
 

Nachdem wir uns bisher der chinesischen Außenpolitik aus verschiedenen theoretischen und rechtlichen Perspektiven genähert hatten, wollten wir uns nun zum Abschluss unserer Themenreihe noch einmal ganz praktisch angucken, wie sich Peking auf außenpolitischer Bühne positioniert. Nicht nur aufgrund des chinesischen Selbstverständnis, sondern auch aufgrund des wirtschaftlichen und politischen Gewichts der Volksrepublik China auf der Bühne der Weltpolitik, kommt Peking nicht umhin, sich zur jüngsten Eskalationsrunde des Nahostkonflikts durch und in Folge des Terrorangriffs der Hamas auf Israel seit dem Oktober 2023 zu äußern.


Zur besseren Einordnung erfolgte dafür zunächst ein Abriss der von zahlreichen Strategiewechseln geprägten Positionierung Pekings zur israelisch-arabisch bzw. israelisch-palästinensischen Frage während des Kalten Krieges und eine Einführung in die wirtschaftliche und politische Bedeutung des Mittleren Ostens für die Volksrepublik China im 21. Jahrhundert. Anschließend wurde eine breiter Strauß an Statements chinesischer Offizieller zum Terrorangriff der Hamas auf Israel, der seitdem laufenden Militärkampagne im Gaza-Streifen und der dramatischen Lage der palästinensischen Zivilbevölkerung im schmalen Küstengebiet analysiert. Darunter waren Äußerungen Xi Jinpings, des Außenministers Wang Yi und des chinesischen Botschafters in Israel, Xiao Junzheng, bei verschiedensten Konferenzen und Interviews. Ergänzend wurden Statements von Vertretern der Volksrepublik China in diversen internationalen Gremien herangezogen - wie etwa dem UN-Sicherheitsrat, dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag oder dem Board of Governors der Internationalen Atomaufsichtsbehörde in Wien. Um die Interpretation und Einordnung dieser Äußerungen entstanden mehrfach angeregte Diskussionen, in denen häufig auch Vorwissen aus den verschiedenen Studiengängen unserer Mitglieder oder den vorherigen Vorträgen des Semesters einfließen konnten.

 

Mit dieser Veranstaltung und der sich anschließend in die Münsteraner Altstadt verlagernden Gespräche endete unsere Themenreihe zur chinesischen Außenpolitik. Auch wenn wir zu Beginn das Gefühl hatten, ein Fass ohne erkennbaren Boden zu öffnen, hatten wir große Freude daran, uns gemeinsam vertiefend mit einem konkreten Themenfeld auseinanderzusetzen, dass uns zudem unverhofft neue Kontakt in der Welt der asiatischen Thinktanks und der Sinologie eröffnete. Auch wenn wir im kommenden Wintersemester die Themenschwerpunkte neu setzen werden, werden wir das außen- und sicherheitspolitische Auftreten Pekings weiterhin eng verfolgen und ggf. wieder an das Sommersemester 2025 anknüpfen können.